Neue Legendenschilder in Misburg angebracht

Fast auf den Tag genau vor 80 Jahren, im April 1945, wurde das KZ Misburg geräumt. Auf dessen ehemaligem Gelände wurden heute an zwei Straßen Legendenschilder angebracht und von Bezirksbürgermeister Klaus Tegeder (SPD) vor einer kleinen Gesellschaft eingeweiht.
Die beiden Straßenbenennungen Gertsertsweg und Aubryweg wurden 1989 im Zuge der Errichtung des dortigen Wohngebiets vorgenommen und erinnern an die KZ-Häftlinge Robert Geraerts und Albert Aubry. Der erstgenannte wurde im Lager von Nazischergen ermordet, der zweite überlebte. Ursprünglich verfügten die beiden Straßen bereits über Legendenschilder, diese sind vermutlich bei Bauarbeiten abhanden gekommen.
Der Bezirksrat Misburg-Anderten hatte im Konsens beschlossen, die zusätzlichen Informationen in Form der Legendenschilder wiederherzustellen. Die falsche, historisch verursachte Schreibweise des Gertsertsweges wird nun in der Legende korrigiert. Der Bezirksrat hat sich gegen eine Straßenumbenennung entschieden.
Aus Sicht der Stadtbezirkspolitik ist nun die Aufwertung des Gedenkens an die Leidtragenden des Naziterrors insbesondere in Misburg bis auf Weiteres abgeschlossen. Bereits im vergangenen Jahr bekam die unbenannte Grünfläche, auf der sich weite Teile des KZ befanden, den offiziellen Namen „Park der Erinnerung“. In dessen Nachbarschaft befindet sich neben Hannoverscher Str. und Mittellandkanal bereits einigen Jahrzehnten ein Mahnmal, das an das KZ und seine Schrecken erinnert.
Diese Formen des Gedenkens sind nach Ansicht von Bezirksbürgermeister und Bezirksrat erforderlich, um Menschen, die es offensichtlich vergessen oder nicht gelernt haben, aufzuzeigen, zu welchen extremen, gewalttätigen Auswüchsen Rechtsextremismus imstande ist. Dies wird heute in der Gesellschaft zunehmend heruntergespielt.
Das Gruppenbild zeigt (v.r.) von der SPD-Bezirksratsfraktion Rita Scholvin, Klaus Tegeder, Angelika Jeinsen und Robert Schmitz, sowie Reinhart Ederhof vom SPD-Ortsvereinsvorstand neben dem Historiker Rainer Fröbe.