Bei der Kommunalwahl am 13. September 2026 wird unter anderem auch die Regionsversammlung neu gewählt. Diese trifft die politischen Entscheidungen für das Handeln der Region Hannover, zu der die Stadt Hannover sowie 20 Städte und Gemeinden im Umland gehören. In der nun ablaufenden Wahlperiode seit 2021 gibt es eine rot-grüne Mehrheit. Wie sich die Mehrheitsverhältnisse in Zukunft darstellen, kann erst nach der Wahl eingeschätzt werden.

Dazu Regina Hogrefe, Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion: „Es wird interessant sein, wie sich die bisherigen Minderheitsfraktionen positionieren werden. Sofern sie an zukünftigen Mehrheiten beteiligt sein werden, wird von ihnen weit mehr Realismus, Pragmatismus und auch Verantwortung abzufordern sein als bisher. Das betrifft Entscheidungen, die in den letzten Jahren beispielsweise in den Bereichen Personenverkehr, medizinische Versorgung und Energiewende getroffen wurden.“

Der öffentliche Personenverkehr ist auf Regionsebene vergleichsweise unumstritten, was die Üstra angeht, insbesondere mit ihrem Stadtbahnnetz, den neuen Hochbahnsteigen und im Umland mit dem Rufbus Sprinti. An den S-Bahnen gibt es quer durch die Regionsversammlung Kritik. Fortschritten etwa durch die Einrichtung einer neuen Werkstatt in Celle stehen eine anfällige Gleisinfrastruktur und ein Mangel an Waggons gegenüber. Weitere Gleisarbeiten sind von seiten der Deutschen Bahn zwingend erforderlich, während die Frage nach den Waggons direkt an den S-Bahn-Betreiber Transdev zu richten ist. Es gibt hohe rechtliche Hürden, den Betreiber gleich ganz zu ersetzen.

Robert Schmitz, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Regionsfraktion, kandidiert ebenso wie Regina Hogrefe erneut im Regionswahlkreis mit Anderten, Bothfeld, Groß-Buchholz, Lahe und Misburg. Er merkt an: „Mit den Entscheidungen, den Weg für Windkraft in der Region Hannover zu öffnen und das Klinikum Region Hannover (KRH) mit einer Neustrukturierung zukunftsfest aufzustellen, sind stattliche private und öffentliche Investitionen verbunden. Wird bei diesen Themen, wie schon aus Teilen der CDU verlautbart, der Rückwärtsgang eingelegt und werden Entscheidungen dazu zurückgenommen, erfolgt damit auch die Vernichtung der Investitionen. Das würde einen immensen ökonomischen Schaden in der Region bedeuten. Ein unkontrolliertes Kliniksterben käme damit ebenso erneut auf die Tagesordnung wie eine wieder verstärkte Abhängigkeit von herkömmlichen Energieträgern. So würde gewonnene Zeit wieder verspielt.“

Regina Hogrefe erläutert: „Wir möchten auf den erfolgten Entscheidungen aufbauen und den Kurs der Region weiterentwickeln, um für die Bürgerinnen und Bürger auf gutem Niveau die Einrichtungen vorzuhalten, die sie für ihr Leben benötigen. Das heißt für uns: keine Privatisierung des KRH, Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs bei bezahlbaren Preisen, Ausweitung der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Solar, Beschleunigung von Sanierung und Neubau bei den regionseigenen Schulen, Einführung eines hochwertigen Schulmittagessens und Beschäftigungsförderung insbesondere mit dem erfolgreichen Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit.“