Das Deurag-Nerag-Gelände in Misburg ist eine 90 Hektar große Industriebrache. In Zeiten von mangelndem Wohnraum und drückender Flächenknappheit strebt die Stadt Hannover die städtebauliche Entwicklung des weitläufigen Geländes für Wohnen und auch Gewerbe an. Dort muss zunächst die Sanierungsfähigkeit des Bodens untersucht werden, in dem Reste von Weltkriegsbomben und Industrieabfälle von der ehemaligen Raffinerie vorhanden sind.

Die Stadt hat mit dem Ziel, das Gelände zu kaufen, mittlerweile eine Erprobungsphase eingeleitet, in der auf vier Testfeldern die Belastung mit Kampfmitteln untersucht wird. Dies sind drei Felder im Nord- und eines im Südteil. Dazu haben in diesem Monat Freischneidearbeiten begonnen. Ständig wiederkehrende Evakuierungsmaßnahmen sind bei dort anstehenden Bombenräumungen nicht zu erwarten, denn Entschärfungen sollen gebündelt vorgenommen werden.

Wenn die Untersuchungen zur Sanierungsfähigkeit des Bodens positiv ausfallen, wird die Sanierung voraussichtlich ab 2029 über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgeführt. Es ist geplant, dass die Kosten zur Herrichtung des Geländes getragen werden von Grundeigentümer, Stadt und Fördermitteln von Land, Bund oder Europäischer Union. Die Gesamtkosten und ein Verteilungsschlüssel stehen noch nicht fest.

Robert Schmitz, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bezirksrat Misburg-Anderten, merkt an: „Wir begrüßen das Vorhaben, das Deurag-Nerag-Gelände vorausschauend zu ertüchtigen, ausdrücklich! Deshalb haben wir den entsprechenden Verwaltungsvorlagen im Bezirksrat zugestimmt. Wir beobachten derzeit, dass Kleingärten und sonstige Naturräume in der Stadt bedroht sind, Bauprojekten weichen zu müssen. Mit einer zukünftigen Bebauung des Deurag-Nerag-Geländes, das nur als Industriebrache einzustufen ist, wird bei der Flächenknappheit in Hannover viel Druck vom Kessel genommen. Bei der Planung muss auch die zukünftige Verkehrssituation berücksichtigt werden, und die Planung der Umgehungsstraße um die Anderter Str. ist unbedingt weiterzuführen.“

Das Deurag-Nerag-Gelände firmiert auch unter dem Arbeitstitel „DeunerViertel“. Dieser Ausdruck wird oft nicht als ansprechend empfunden. Hoffentlich wird es am Ende eine andere Bezeichnung geben. Das Foto entstand bei einer Besichtigung auf dem Gelände.