Am heutigen Sonntag fand im ehemaligen Anderter Rathaus bei der AWO Anderten eine Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages des Attentats auf Professor Theodor Lessing statt.

Dieses wurde am 30. August 1933 in Marienbad (damals Tschechoslowakei) von Nationalsozialisten verübt. Theodor Lessing, der Sozialdemokrat, jüdischer Herkunft und ein führender Intellektueller der Weimarer Republik war, starb tags darauf an den Folgen. Er war gemeinsam mit seiner Ehefrau Ada ein Wegbereiter der Volkshochschulen, diejenige in Hannover ist heute nach den beiden benannt.

Die heutige Veranstaltung war eine Kooperation des ZeitZentrums Zivilcourage, der AWO Anderten und des SPD-Ortsvereins Misburg-Anderten. Marion Haferkamm (AWO) und Michael Blohm (SPD) begrüßten von seiten der Organisatoren die Gäste (Foto).

Es gab Wortbeiträge von Petra Rudszuck, stellvertretende Regionspräsidentin, Bürgermeister Thomas Hermann, Bezirksbürgermeister Klaus Tegeder (alle SPD), dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hannover, Kay Schweigmann-Greve, und Jens Binner vom ZeitZentrum.

Anschließend erfolgte ein Spaziergang zu Theodor Lessings ehemaligem Wohnhaus in Anderten in der Straße Am Tiergarten. Dort befinden sich Stolpersteine, die an das Ehepaar Lessing erinnern und die heute von Stadtkämmerer Axel von der Ohe und Frauke Wrigge, stellvertretende Vorsitzende der SPD Hannover, gereinigt wurden (Foto).

An die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung teil und viele bereits am vorangehenden Kaffeetrinken. Darunter waren auch Fritz Kracke, der das jährliche Gedenken vor 19 Jahren ins Leben gerufen hat, und der Regionsabgeordnete Robert Schmitz, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Misburg-Anderten.

Die Zeiten Theodor Lessings sind auch heute eine Mahnung, denn beim Begriff Rechtsextremismus gibt es wieder vemehrt Achselzucken. Rechtsextremismus zielt typischer Weise auf die Abschaffung der Demokratie mitsamt freien Wahlen ab und auf die Verfolgung ganzer Bevölkerungsgruppen auch mit Gewalt. Das ist dazu geeignet, das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft zu zerstören.